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2011-03-16

"Helft Japan! Hahahaha - so ein Scheiß!"

... höre ich in den letzten Tagen immer wieder von den Schülern in meiner Schule, die das Plakat sehen, dass ich aufgehangen habe.

Und es bestürzt mich immer wieder auf's Neue wie rassistisch und dumm viele Äußerungen diesbezüglich sind. (Nicht nur gegenüber der jetzigen Situation in Japan, sondern auch die Kämpfe in Lybien betreffend)

2011-01-27

Lehrer und ihre (nicht) vorhandenen Vorurteile

Ganz unschuldig saß ich gestern an meinem Arbeitsplatz und suchte bei Amaz*n nach Büchern, die für Kinder bzw. Jugendliche interessant sein könnten. Da die Schule jährlich einen Etat bekommt, den man so sinnvoll wie möglich in neue Bücher investieren soll beginne ich schon jetzt mit den Recherchen (und weil ich sonst eh nicht wirklich viel zu tun habe >_<) 
Wie gesagt, ich saß also an meinem Schreibtisch als plötzlich eine Lehrerin die Bibo stürmte, zu mir geschossen kam und mir ein Buch in die Hand drückte. 
In freundlichem Ton und einem Lächeln auf den Lippen Sie raunzte mich an: "Das lag im Gang!"
Ich schaute in das Buch ob es überhaupt zur Schule gehört und dem war nicht so. 
Ich: "Oh, das Buch gehört gar nicht der Schule. Trotzdem Danke, dass Sie es hergebracht haben."
Sie verlässt den Raum wieder. Aber nur um 3 Minuten später wieder hereinzuplatzen und mich von der Tür aus zu fragen: "Sind Sie die neue Bibliothekarin?"
Ich: "Ja." 
Lehrerin: "Ach dann ist die Andere also gar nicht mehr da?" 
Ich: "Ja, aber schon lange...", ich schau sie verdutzt an, da die Bibliothek nach den Sommerferien fast drei Monate geschlossen war und erst wieder geöffnet wurde als ich im November hier anfing. (was ja nun auch schon wieder ein viertel Jahr her ist o_O)
Lehrerin: "Achso, Schade. Wurden Sie denn schon vorgestellt? Oder ist mir das entgangen?"
Ich: "Ja, ich war Ende November bei der Dienstberatung und habe mich dort auch vorgestellt."
Lehrerin: "Achso. (jaja wärse da gewesen hätte sie das gewusst, aber wie die Schulleiterin schon bemängelt hat, halten es einige Lehrer nicht für nötig bei sowas zu erscheinen) Aber Sie haben ja auch nicht lange geöffnet. Immer wenn ich die Bibliothek gebrauchen könnte ist sie geschlossen."
Ich: "Aber die Bibliothek ist doch jeden Tag außer Freitag bis 15:30 geöffnet, um die Zeit sind kaum noch Schüler im Haus, weil normalerweise kein Unterricht mehr ist..." (Da war wohl jemand schon lange nicht mehr in der Bibo zumindest nicht seitdem ich hier arbeite o_O und mir dann sowas zu unterstellen! Dazu kommt, dass z.B. das Sekretariat um diese Uhrzeit auch dicht macht und ich bin noch bis um vier da, wenn was sein sollte)
Lehrerin: "Ja, aber Sie haben immer offen, wenn die Schüler das gar nicht so richtig nutzen können."
Ich: "Wie meinen Sie das? Die Öffnungszeiten sind mit der Schulleiterin abgesprochen und solange Unterricht ist, also auch Schüler da sind, ist die Bibliothek auch offen. Vor um Neun ist noch nicht geöffnet, weil da laut der Erfahrungen der Schulleiterin eh noch niemand in die Bibliothek geht und länger kann ich nicht öffnen, da die Schulleiterin mir gesagt hat ich solle nicht länger als bis 16 Uhr im Haus sein"
Lehrerin: "Ich wollte Sie und ihre Absprachen jetzt nicht kritisieren. (dass ich mich aber auch immer gleich rechtfertigen muss. Ich hätte ihr sagen sollen: Die Zeiten sind so wie sie sind. Das ist abgesegnet und bleibt auch so. Menno.) Naja, ich hoffe sie sind dann nicht dauernd krank."
Ich: "Ich war in den drei Monaten noch nicht einmal krank und habe es auch nicht vor."
Lehrerin: "OK. Auf Wiedersehen."

Das ist doch echt die Höhe. Nur weil ich noch recht jung bin und mit meinen roten Haaren, den kleinen Tattoos (wovon man normalerweise nur eins sieht, weil's am Handgelenk ist) und dem Lippenpiercing (ein Stecker, kein Ring) nicht dem Stereotypen entspreche bin ich also gleich faul, will nicht arbeiten und mache ständig blau!? Na danke auch liebe Frau Lehrerin, dass sie so gar nicht voreingenommen sind.

Oder lag es nur daran, dass meine Vorgängerin vielleicht ständig krank war?

2011-01-04

gemotzt - das muss jetzt einfach mal sein

Dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die extrem gut mit Kindern können war mir eigentlich schon immer bewusst. Babies sind super und richtig putzig, aber alles was langsam ins Schulalter kommt ist mir unheimlich. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass man Kinder doch gerne mal unterschätzt (zumindest wenn man selten Kontakt zu Kindern hat, wie ich, ist das wohl so) und einem dann die Kinnlade runterklappt, wenn man merkt wieviel sie doch schon wissen und verstehen oder ob es einfach nur ihre kindliche und teilweise auch richtig arrogante Art ist (in diesem Alter hat man ja auch noch keine Komplexe wegen jedem Mist). So richtig klar komme ich damit einfach nicht.
Daher war ich auch mein Leben lang überzeugt, dass ich keinen Beruf ergreifen möchte/werde in dem man viel bzw. ausschließlich mit Kindern und/oder pubertierenden Jugendlichen zu tun hat.
In meiner Vorstellung war das immer extrem anstrengend und ja um ehrlich zu sein... einfach nervig. Nun, da ich vorübergehend in einer Schulbibliothek arbeite, kann ich mir auch das Urteil erlauben, dass ich mit dieser Einschätzung völlig richtig lag.

Seit zwei Monaten arbeite ich jetzt hier und endweder ich langweile mich fast zu Tode, weil niemand da ist und ich allein dort sitze oder ich bin von 75% der Schüler einfach nur genervt. 
Es gibt wirklich gut erzogene, höfliche und freundliche unter ihnen mit denen ich mich auch gerne mal über "Kinderkram" unterhalte, einfach weil sie wissen wie man sich zu benehmen hat. 
Leider ist das beim Großteil der Schüler aber ganz anders. Vor allem die Jungs stechen da heraus. (Jaja, immer sind's die Badboys auf die ja angeblich jedes weibliche Wesen abfährt) Sie sind laut (Ok ich will mal nicht so sein - das sind die Mädels auch und die sind da auch etwas schlimmer), halten sich nicht an die Regeln, werden frech, wenn man ihnen Konsequenten ihres Handelns aufzeigt und halten sich sowieso für das Beste und Geilste (Kein Scherz! Ich hab hier 11jährige, die schlimmer kokettieren als die "Großen") was auf Gottes Erden umherwandelt.
Ich habe innerlich schon so oft gekocht vor Wut und hätte ihnen am liebsten die Leviten gelesen, dass es sich gewaschen hat. Aber das darf ich nicht. Ich bin nicht erziehungsberechtigt (das ist vllt auch gut so) und darf mir von den kleinen Rotzlöffeln auf der Nase rumtanzen lassen oder werde einfach ignoriert, weil es für mich keine Möglichkeiten gibt ihnen irgendwelche Konsequenzen anzudrohen, die nicht total lächerlich sind. Ich bin ja nur eine Bibliotheksassistentin, die niemandem assistiert, weil sie alleine ist, also eigentlich den Job einer Bibliothekarin macht, aber dann müsste man ja mehr Lohn zahlen. *grmpf*

Sicher, es gibt auch wirklich schöne Situationen, bei denen mir die Arbeit echt Spaß macht. Zum Beispiel hat mir mal ein Junge aus der 5. Klasse Boogie Woogie auf dem total ramponierten und völlig verstimmten Klavier vorgespielt (ich hör's ja in der Bibo) oder als mir ein Mädchen einen Glücksstein und ein anderes einen kleinen selbstgemachten Schal geschenkt haben. Oder auch einfach, wenn man sich mit dem ein oder Anderen mal etwas länger unterhalten kann und sie einem von ihren Wünschen und Träumen erzählen. Aber das sind leider nur ganz seltene Momente, die den Rest und meine Unzufriedenheit nicht aufwiegen können.

Insgesamt kommt mir meine Arbeit zu großen Teilen einfach nutzlos vor. Wie gerne würde ich die Bibliothek, die nun wirklich alles andere als einladend ist, etwas schülerfreundlicher und interessanter gestalten. Aber erstens müsste ich dazu erst wieder mit dreiundfünfigtausendzwölfzig Leuten sprechen und Behörden abklappern um irgendwelche Fördermittel zu organisieren und zweitens würde ich wohl das Ergebnis gar nicht mehr sehen, weil ich dann schon wieder weg bin. Und ob dann sofort ein Nachfolger in den Startlöchern steht und der auch noch engagiert genug ist das weiterzuführen was ich angefangen habe und eventuell dann nochmal organisatorisch tätig wird ist sehr fraglich.
Außerdem würde ich die Bibliothek in einen anderen Raum verlegen, da sie momentan im Keller ist (wo Bibos scheinbar sehr gerne hinverfrachtet werden) und direkt neben dem Aufenthaltsraum liegt, in dem die Schüler tun und lassen können was sie wollen, solange sie nicht randalieren und in dem NATÜRLICH(!!11elf) ein Klavier steht, mit dem ich und die Schüler, die die Bibo nutzen, Tag um Tag mit dem wildesten Rumgeklimper gequält werden. Dazu kommt auch noch, dass die Türen durch das Dranrumgezerre der Schüler so im Arsch sind, dass sie nicht mehr richtig zu gehen.

Aber um ehrlich zu sein ich möchte auch gar nicht länger hier arbeiten als ich muss. Es ist einfach nicht meine Welt. Mich nervt dieses Rumgehampel und Gekichere so sehr. Die Art wie sie sich ohne Hemmungen über ihre eigenen Freunde lustig machen (die wohlgemerkt daneben sitzen und noch drüber lachen, weil sie nicht wissen wie sie sonst reagieren sollen). Sie dumm machen, sobald sie in einer größeren Gruppe sind. Da wird gehänselt, gestichelt und gemobbt und kaum sind der/die "Böse" und das "Opfer" zu zweit ist wieder Friede, Freude, Zweckgemeinschaft angesagt. Oberflächlich. Traurig.

Waren wir wirklich auch so als wir jung waren?
Liegt das Verhalten der Schüler an der unzureichenden Erziehung der Eltern oder doch eher am Umfeld?
Muss ich wirklich erst eigene Kinder haben um einen Draht zu ihnen zu kriegen?
Was habt ihr für Erfahrungen mit Kindern? Kommt ihr von Natur aus super mit ihnen klar?
Hattet ihr auch schon solche doofen Jobs?

Über mich

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